Zentrum für Disability Studies (ZeDiS)Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) Das Rauhe Haus Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Inhalt

Biopolitik, Geschlecht und Behinderung

Lehrbeauftragte: Heike Raab

Kompaktseminar, Vorbesprechung: Di., 12.04.2016, 14.00-15.30 Uhr
Raum EG/1, Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie. Stiftung Das Rauhe Haus, Horner Weg 170, 22111 Hamburg

Fr., 27.05.2016, 09.00-16.00 Uhr; Sa., 28.05.2016, 09.00-16.00 Uhr
Fr., 24.06.2016, 09.00-16.00 Uhr; Sa., 25.06.2016, 09.00-16.00 Uhr'
Raum EG/1, Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie. Stiftung Das Rauhe Haus, Horner Weg 170, 22111 Hamburg

Lehrziele: In diesem Seminar soll in die wichtigsten Grundlagentexte, Denkfiguren und Kernbegriffe der aktuellen Debatte um Biopolitik aus Sicht der Disability Studies eingeführt werden. Gleichzeitig wird der Zusammenhang von Biopolitik, Geschlecht und  Behinderung erklärt. Außerdem geht es darum das Konzept Biopolitik kritisch zu beurteilen und zu untersuchen. Im Rahmen dessen werden biopolitische Entwicklungen diskutiert und analysiert. Als Praxisfelder werden in diesem Zusammenhang Care und Assistenz vorgestellt.

Inhalt: Der von Foucault stammende Begriff Biopolitik Begriff fußt auf einer kritischen Distanz zum normativen Diskurs der Bioethik. Übersetzt bedeutet der Begriff so viel wie: Politik die sich mit dem Leben befasst. Damit kennzeichnet Biopolitik einen neuen Modus des Politischen und des Sozialen. Kurz: Es geht um die biopolitische und die biosoziale Dimension in der sich gesellschaftliche Naturverhältnisse und deren Vergesellschaftungsformen transformieren. Biopolitik kennzeichnet etwa dass Körper und Lebensprozesse selbst zum Einsatzort und zum Ausgangspunkt von sozialem und politischem Handeln werden.  Denn jene Entwicklungen stellen herkömmliche Konzepte über Körper, Natur und Materie vor neuen Herausforderungen, nicht zuletzt auch für die (Gender und) Disability Studies.  So stellt sich etwa die Frage, ob der Körper angesichts zunehmender Vermischungen mit, und Interventionen durch die Bio-Technologien neu gefasst werden muss. Steuern wir tatsächlich auf ein postkonventionelles Zeitalter des Technokörpers oder des Cyborg hin, das alle gesellschaftlich relevanten Hierarchien, Asymmetrien oder Binaritäten aufhebt? Inwieweit werden in diesem Geschehen die herkömmlichen Grenzen zwischen Körper, Geschlecht und Umwelt neu verhandelt? Kommt es zur Entgrenzung von Gesundheit und Krankheit? Erodieren in diesem Geschehen Konzepte wie Behinderung und Geschlecht? Schlussendlich stellt sich die Frage, wie neuartige Erosionen des Ontologischen und Materiellen, die die neuartigen Biotechnologien ermöglichen, analytisch zugänglich zu machen sind. Inwiefern beschreibt der Ansatz von Biopolitik diese Phänomene angemessen und wie lassen sich damit Geschlechterverhältnisse, oder Problematisierungsweisen von Gesundheit, Krankheit und Behinderung fassen? Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Handlungs- und Praxisfelder von Care und Assistenz.