Zentrum für Disability Studies (ZeDiS)Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) Das Rauhe Haus Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Inhalt

Ist das systemrelevant?! – Intersektionalität und gesellschaftspolitische Perspektiven

Lehrbeauftragte: Doris Gerbig

Kompaktseminar, Vorbesprechung,  Mi., 19.10., 15.00-16.30  Uhr

Fr., 25.11.2016, 10.00-17.00 Uhr; Sa., 26.11.2016, 10.00-17.00 Uhr
Fr., 20.01.2017, 10.00-17.00 Uhr; Sa., 21.01.2017, 10.00-17.00 Uhr
Alle Termine finden in Raum EG 1 der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie, Horner Weg 170, 22111 Hamburg statt.

Intersektionalität als Ansatz und Anspruch, Machtkategorien in ihrer vielseitigen Verwobenheit miteinander zu denken, bietet die Möglichkeit komplexer Analysen gesellschaftspolitischer Zusammenhänge. Macht funktioniert in neoliberalen Zeiten und gekoppelt mit dem Mythos einer bereits erreichten Gleichstellung, auf der Basis von nicht hinterfragten Normen und (Regierungs-)Rationalitäten. Diese sind durch ihre mediale Omnipräsenz gleichsam unsichtbar für alle, die den normativen Vorgaben einigermaßen entsprechen und sich anpassen können.

Dass gesellschaftliche Realität aber genau davon abhängt, wie Individuen entlang der verschiedenen Machtkategorien positioniert sind, kann nur dann deutlich werden, wenn wir uns diese Verstrickungen genauer anschauen.

Deutschland bietet hier ein perfektes Beispiel für die Ablenkung von Missständen: Inklusion als Schlagwort ist in aller Munde und trotz der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und einem offiziellen Hochhalten von Menschenrechten (Unrecht findet ja immer anderswo statt), werden diese hier auf vielen Ebenen tagtäglich verletzt.

Doch allein um dies überhaupt sehen und verstehen zu können, sind Werkzeuge zur Hinterfragung und ein Zugang zu kritischem Wissen nötig, was beides in Zeiten wirtschaftlicher Effizienz-Umstrukturierung nicht einmal mehr an den Hochschulen vermittelt wird. Intersektionale Ansätze und ihre Wurzeln im Black Feminism, sowie Disability Studies, Critical Whiteness und Queer Theory liefern die theoretischen Bausteine, um genau diesen Problemen der eigenen Gesellschaft auf die Spur zu kommen.

Ziel dieses Seminars ist es also nicht nur, dass Studierende diese theoretischen Grundlagen kritischer Wissensproduktion kennenlernen, sondern eben auf deren Basis die eigenen Privilegien reflektieren und Handlungsmöglichkeiten entwickeln können.