Verehrte Interessierte,

hiermit möchten wir Sie/Euch auf die nächste Veranstaltung im Rahmen unserer Ringvorlesung 
Inclusive Religions?! Über Befreiung und Emanzipation hinweisen:

Dienstag, 05.11.2019, 16-18 Uhr, Gorch-Foch-Wall 7, bitte beachten: Raum C1053

Heike Beckedorf, Pastorin i.R., DGfP, KbS, KeT, Hannover
Zwischen Emanzipation und Vereinnahmung, Heilungsgeschichten im Neuen Testament im Kontext aktueller Dis-/ability Diskurse

Die Wunder- und Heilungsgeschichten im Neuen Testament, sind heute schwer zu glauben und zu verstehen. Obwohl nahezu ein Drittel aller Erzählungen der Synoptiker `wundersame´ Züge beinhaltet, machen wohl deshalb etliche zeitgenössische Exegeten einen Bogen um die Wundergeschichten: So zum Beispiel H. Conzelmann, A. Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament. Tübingen 1980. Über Wunderheilungen äußern sich die beiden gar nicht, trotz ausführlicher Darstellungen zu Jesus und den Evangelisten.

Die Wundererzählungen bleiben anstößig – bis heute. Eine neue Diskussion ist im deutschsprachigen Raum (im englischen Sprachraum ist diese Diskussion schon älter) durch die Disability Studies angeschoben worden. Wegbereitend war Dorothee Wilhelm, die 1998 geschrieben hat: „Biblische Heilungsgeschichten gehen mir auf die Nerven, und zwar massiv!“ 1 D. Wilhelm ist eine Theologin aus Winterthur, die im Rollstuhl sitzt. Sie empfindet die Heilungsgeschichten als „Normalisierungsdruck“ und beschwert sich, dass „die ‚Krüppel', ‚Lahmen', ‚Blinden', ‚Tauben', ‚Stummen' per Wunder zum Status der 'Normalen' emporgeheilt werden, somit ihr Leiden beendet ist, weil sie endlich so sein können wie die anderen.“. Sie wünscht sich hingegen mehr Vielfalt und Toleranz füreinander.

Die Vorlesung am 5.11. will in die aktuell geführte neutestamentliche Diskussion einführen und Vorschläge zu einem möglichen zeitgemäßen kritischen Verständnis der Wundergeschichten vorstellen.

1 D. Wilhelm: Wer heilt hier wen? Und vor allem: wovon? Über biblische Heilungsgeschichten und andere Ärgernisse; Schlangenbrut Nr. 62, 16. Jg. 1998

Solidarische Grüße,

Das ZeDiSplus-Team


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