Zentrum für Disability Studies (ZeDiS)Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) Das Rauhe Haus Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

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Intersektional. Prekär. Widerständig. Beiträge zur Zukunft poststrukturalistisch geprägter "Studies" in Deutschland

Veranstaltungsleitung: Jürgen Homann

Dienstags, 18.00 - 19.30 Uhr, ab dem 18. Oktober 2022 bis zum 31. Januar 2023

Bemühungen, Disability Studies im Hochschulraum zu institutionalisieren, sind 13 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention, unverändert bescheiden. Der Anspruch, ein kritisch-emanzipatorischer, für alle Disziplinen bedeutsamer Wissenschaftsansatz zu sein, kollidiert mit hochschulrechtlichen und strukturellen Barrieren. So müssen Disability Studies nicht nur um Anerkennung ringen, sondern auch politisch agieren, um nicht von der Bildfläche zu verschwinden – wodurch sie sich Vorwürfen aussetzen, sie würden politisch indoktrinieren und der Betroffenenperspektive ohnehin zu viel Wert beimessen. Dass der Vorwurf der „Betroffenheitswissenschaft“ als ableistische Abwehrreaktion gedeutet werden muss, die dem Ziel dient, die Dominanz der weißen, männlichen, heteronormativen, nichtbehinderten Perspektive zu sichern, wird dabei kaum thematisiert.

Derartige Probleme sind allen poststrukturalistischen „Studies“ bekannt. Auch Gender oder Queer Studies sind Diffamierungen ausgesetzt. Black Studies dagegen werden im akademischen Diskurs noch gar nicht repräsentiert. Die Vorlesung fragt nach Strategien, die dazu beitragen, den Studies nicht nur das Überleben zu sichern, sondern ebenso solidarisierende Impulse freizusetzen, die dem gemeinsamen Wachsen jenseits von Identitätspolitiken und partikularen Interessenlagen dienlich sind.

Die einzelnen Termine der Ringveranstaltung finden digital als Zoom-Webinar statt und werden von Schrift- und DGS-Dolmetscher*innen gedolmetscht.

18.10.2022
Einführungsvortrag ZeDiSplus

25.10.2022
"Ohne Ansehen der Person?" Überlegungen zur Illusion der Neutralität von Wissenschaft
Christiane Fuchs, Politische Geschäftsführerin Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (BdWi), Marburg

01.11.2022
Zwischen Identitätskritik und Betroffenenperspektive. Perspektiven der Disability und Gender Studies
Bertold Scharf, M.A., Vorstandsmitglied im Verein Disability Studies in Deutschland e.V.
Dr. Kathrin Ganz, Fachbereich Sozialökonomie, Universität Hamburg

08.11.2022
Geschlechterforschung im Streit um Wissenschaftsfreiheit
Prof. Dr. Andrea Geier, Universität Trier, Vorstand Fachgesellschaft Gender Studies

15.11.2022
nn

22.11.2022
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29.11.2022
Dominanzverhältnisse im wissenschaftlichen Betrieb im Kontext der Disability Studies
Gudrun Kellermann, Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum und Mitarbeiterin im Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS)

06.12.2022
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13.12.2022
Jewish Studies? Deaf Studies? Jewish Deaf Studies!
Mark Zaurov, Mag. art. Gebärdensprache, Geschichte und Pädagogik, staatl. geprüft. Dolmetscher für DGS und ASL, Doktorand am IDGS der Universität Hamburg

10.01.2023
#IchBinHanna - Prekäre Arbeit an deutschen Hochschulen
Dr. Sebastian Kubon, Fachbereich Geschichte, Arbeitsbereich Mittelalter, Mitinitiator #IchBinHanna, Universität Hamburg

17.01.2023
"Sieh hin" (Gen 1,31) - Intersektionale Perspektiven in der Theologie unter besonderer Berücksichtigung von Ableismus
Marie Hecke, Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neues Testament und Theologische Geschlechterforschung, Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel

24.01.2023
"Fakten sind nicht politisch neutral" - Ein Vortrag gegen Lügen und Wahrheit.
Olaf Wachenhausen ist freischwebende Intelligenz aus Hamburg

31.01.2023
Disability Studies in Kirche, Theologie und Diakonik!? Kritische Anmerkungen zum Umgang mit Behinderung aus fünf Jahrzehnten
Eva Bohne, ehem. Leiterin der Ev. Familienbildungsstätte HH-Lokstedt, Referentin der Nordelbischen Kirche i.R., Autorin, Hamburg

Anmeldung zur Veranstaltung: Ringvorlesung: Intersektional. Prekär. Widerständig. Beiträge zur Zukunft poststrukturalistisch geprägter "Studies" in Deutschland.