Zentrum für Disability Studies (ZeDiS)Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) Das Rauhe Haus Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Inhalt

Was ist Intersektionalität? Die Verschränkung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen und die Disability Studies

Seminarleitung: Bertold Scharf, M.A.

Termin: montags, 16.45-18.15 Uhr, Beginn 10.10.2022, hybrid mit Anwesenheit an der Hochschule in Raum EG 3 und digital via Zoom-Videokonferenz

Intersektionalität wird seit vielen Jahren sowohl im wissenschaftlichen Kontext als auch in politischen Debatten kontrovers diskutiert. Dieses Seminar soll eine Einführung in die Intersektionalitätsforschung geben, wobei die Diskriminierung behinderter Menschen und die Disability Studies eine besondere Rolle spielen. Grundlegend für die Intersektionalitätsdebatten waren die politischen und akademischen Interventionen von Black, Indigenous Women and Women of Color (BIWoC) im angloamerikanischen Kontext der Frauenbewegung ab den 1970er Jahren. Im Fokus ihrer Kritik stand die Eindimensionalität eines Weißen Feminismus, der in der Regel allein die Perspektive Weißer, westlicher, heterosexueller, nicht-behinderter Frauen aus der Mittelschicht berücksichtigte. Diese innerfeministische Kritik an der Eindimensionalität des Mainstream-Feminismus, der damit verbundene Entwurf eines homogenen und universalistischen Kollektivsubjekts „Frau“ sowie die daraus resultierenden Debatten um Identitäten und Identitätspolitiken trugen dazu bei, die theoretische Konzeptualisierung von Intersektionalität hervor zu bringen. Auch im deutschsprachigen Kontext wurden diese Debatten insbesondere von BIWoC und behinderten Frauen in den 1980er Jahren aufgegriffen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Texten, Debattenbeiträgen und Blickwinkel auf das Thema.

Das Seminar beschäftigt sich zentral mit Texten des Schwarzen Feminismus, der neueren Intersektionalitätsforschung und der Disability Studies. Es wird hierbei auch um Identitätspolitiken und die Frage der Objektivität gehen. Die Bereitschaft zur Lektüre von theoretischen Texten und deren Diskussion ist Voraussetzung für den Besuch des Seminars. Zudem soll die eigene Eingebundenheit in gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse kritisch hinterfragt werden.

Die Studierenden setzen sich eingehend mit unterschiedlichen intersektionalen Ansätzen auseinander und diskutieren die Relevanz von Intersektionalität für das Feld der Sozialen Arbeit.